Jeder ist aktiv

Für einen Christen ist es normal aktiv zu sein. Das ergibt sich schon aus seiner Einstellung zu Gott und zu seinen Mitmenschen. Es ist nicht vorstellbar, wenn wir Gott mit ganzem Herzen lieben wollen, dass wir dann passiv sind. Wir können dies auch nicht sein, wenn wir unseren Nächsten lieben sollen. Wie sollte diese Liebe dann aussehen?

 

Markus 12,28-31

28 Und einer der Schriftgelehrten, der gehört hatte, wie sie miteinander stritten, trat hinzu, und da er wusste, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches Gebot ist das erste von allen? 29 Jesus antwortete ihm: Das erste ist: "Höre, Israel: Der Herr, unser Gott, ist ein Herr; 30 und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft!" 31 Das zweite ist dies: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!" Größer als diese ist kein anderes Gebot.

 

Wenn man nun Versammlungen sieht, wo nur einer oder maximal einige wenige ein Programm leiten, war dies ursprünglich nicht so gedacht. Es könnte sein, dass diese passive Teilnahme an einem Programm so entstanden ist, dass die Mitglieder einer urchristlichen Gemeinde aus Ungehorsam heraus passiv geworden sind. Sie wollen nicht mehr aus ganzen Herzen Gott dienen, trotzdem wollen diese Leute aber einen Schein von Glauben bewahren und sie brauchen jemanden, der für sie ein religiöses Programm leitet. Dieser Umstand fördert dann den Stolz einiger weniger, die die Gelegenheit nützen sich hervorzutun und Erste sein wollen. Es entsteht eine aktive Leitung, die die Passivität der anderen unterstützt. Jeder hat etwas davon, die einen nähren ihren Stolz, etwas Besonderes zu sein, und die anderen erleben eine scheinchristliche Gemeinschaft ohne viel dabei tun zu müssen. Beide sind aber fern von Gottes Willen. Gott möchte, dass jeder etwas in der Gemeinde beiträgt zur Erbauung der anderen.

 

1. Korinther 14,26

Was ist nun, Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder einen Psalm, hat eine Lehre, hat eine Offenbarung, hat eine Sprachenrede, hat eine Auslegung; alles geschehe zur Erbauung.

 

Paulus redet in diesem Kapitel über die Gemeindeordnung und in diesem Zusammenhang macht er auch die Aussage, dass jeder in der Gemeinde aktiv sein soll. Wenn jemand meint, dass das ja gar nicht möglich sei, wenn sich sehr viele Christen versammeln, stellt er leider die Bibel in Frage anstatt die übliche Praxis vieler religiösen Versammlungen.

Oft ist auch der Einwand zu hören, dass ein Leiter Aufgaben hat, die nicht jeder machen kann. Er kennt sich in der Lehre aus, nur er ist vertrauenswürdig, wenn es ums Sündenbekennen geht, nur er habe die Autorität und Aufgabe andere zu ermahnen. Da viele nichts anderes in ihrer Umgebung wahrnehmen, wird dies als wahr und richtig angenommen. In einigen christlichen Gemeinden wurden Älteste eingesetzt, nur was war ihre Aufgabe?

 

1. Timotheus 4,12.13

12 Niemand verachte deine Jugend, vielmehr sei ein Vorbild der Gläubigen im Wort, im Wandel, in Liebe, im Glauben, in Keuschheit! 13 Bis ich komme, achte auf das Vorlesen, auf das Ermahnen, auf das Lehren!

 

1. Petrus 5,1-3

1 Die Ältesten unter euch nun ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden des Christus und auch Teilhaber der Herrlichkeit, die offenbart werden soll: 2 Hütet die Herde Gottes, die bei euch ist, nicht aus Zwang, sondern freiwillig, Gott gemäß, auch nicht aus schändlicher Gewinnsucht, sondern bereitwillig, 3 nicht als die, die über ihren Bereich herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde werdet!

 

Ihre Aufgabe war es alle anderen zum gleichen Werk auszurüsten. Sie sollten Vorbilder sein. Wenn sie Vorbilder sein sollen, bedeutet das, dass man sie nachahmen soll. Sie können daher keine speziellen Aufgaben ausüben, die auf Dauer nur sie tun werden, sondern sie sollen die anderen lehren, genauso zu leben. Auch am Missionsbefehl Jesu kann man dies verstehen:

 

Matthäus 28,19.20

19 Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, 20 und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.

 

Alles was Jesus den Aposteln geboten hat, sollen sie allen Christen weitergeben und auch darauf achten, dass sie es tun. Alles was die Apostel tun, sollen also auch alle anderen zukünftigen Christen tun. Jeder Christ soll alle Gebote von Jesus halten und missionieren. Es gibt also kein Zweiklassenchristentum. Daher soll auch jeder seine Brüder ermahnen:

 

1. Thessalonicher 5,9-11

9 Denn Gott hat uns nicht zum Zorn bestimmt, sondern zum Erlangen des Heils durch unseren Herrn Jesus Christus, 10 der für uns gestorben ist, damit wir, ob wir wachen oder schlafen, zusammen mit ihm leben. 11 Deshalb ermahnt einander und erbaut einer den anderen, wie ihr auch tut!

 

Jeder kann die Brüder lehren:

 

Kolosser 3,16

Das Wort des Christus wohne reichlich in euch; in aller Weisheit lehrt und ermahnt euch gegenseitig! Mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern singt Gott in euren Herzen in Gnade!

 

Jeder soll und kann andere Gedanken prüfen:

 

1. Korinther 14,29-31

29 Von den Propheten aber sollen zwei oder drei reden, und die anderen sollen urteilen. 30 Wenn aber einem anderen, der dasitzt, eine Offenbarung zuteil wird, so schweige der Erste. 31 Denn ihr könnt einer nach dem anderen alle weissagen, damit alle lernen und alle getröstet werden.

 

Zu all diesem kommt noch hinzu, dass jeder vertrauenswürdig ist und man jedem Christ seine Sünden bekennen kann und soll.

 

Jakobus 5,16

Bekennt nun einander die Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Viel vermag eines Gerechten Gebet in seiner Wirkung.

 

Es gibt kein Ausrichten hinter dem Rücken, da jeder voller Liebe sich dem anderen zuwendet. Über den anderen wird nur deswegen geredet um gemeinsam zu überlegen, wie man ihm helfen kann. Jeder Christ dient dem anderen in Liebe. Jeder Christ liebt, daher ist er aktiv und daran erkennt man ihn auch.

 

Johannes 13,34.35

34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. 35 Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.