Die Einheit als Zeichen

Die Einheit der Christen untereinander ist von Gott gewirkt. Der Heilige Geist führt alle zur Erkenntnis der Wahrheit, damit die Christen vereint zusammenwirken können.

 

Epheser 4,1-6

1 Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene im Herrn: Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid, 2 mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander in Liebe ertragend! 3 Befleißigt euch, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens: 4 Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen worden seid in einer Hoffnung eurer Berufung! 5 Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, 6 ein Gott und Vater aller, der über allen und durch alle und in allen ist.

 

So wie ein Leib gut funktioniert, indem alle Glieder des Leibes nach einem Willen zusammenarbeiten, so ist es auch in der Gemeinde Christi. Die Wahrheit verkündet durch Jesus wirkt durch den Heiligen Geist in jedem Glied der Gemeinde, damit Gott verherrlicht wird. Diese Einheit ist nicht durch menschliche Autorität herbeigeführt. Viele können sich das nicht vorstellen. Sie meinen, so wie in der Welt eine Firma einen Chef braucht, der das Sagen hat und die Richtung vorgibt, so muss es auch in der Gemeinde sein. Aber gerade in obiger Stelle sieht man, dass alle Glieder angesprochen werden diese Einheit zu bewahren und nicht einzelne Autoritäten erwähnt werden. Wenn in den frühen Christengemeinden Hirten und Lehrer eingesetzt wurden, haben diese die Wahrheit schnell weitergegeben, damit jeder im Glauben gegründet ist und nicht durch Irrlehren verführt werden kann. Dies geschah also möglichst bald und nicht irgendwann einmal in tausenden Jahren. Das Haupt war aber immer Jesus, der durch den Heiligen Geist diese Einheit bewirkt hat.

 

Epheser 4,11-16

11 Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, 12 zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi, 13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Maß der vollen Reife Christi. 14 (Denn) wir sollen nicht mehr Unmündige sein, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch die Betrügerei der Menschen, durch (ihre) Verschlagenheit zu listig ersonnenem Irrtum. 15 Lasst uns aber die Wahrheit reden in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus. 16 Aus ihm wird der ganze Leib zusammengefügt und verbunden durch jedes der Unterstützung (dienende) Gelenk, entsprechend der Wirksamkeit nach dem Maß jedes einzelnen Teils; und (so) wirkt er das Wachstum des Leibes zu seiner Selbstauferbauung in Liebe.

 

Wenn nun im Epheser von einem Leib die Rede ist und davon, dass wir alle zur Einheit des Glaubens hingelangen, bedeutet das, dass es nicht verschiedene in Lehren unterschiedliche Gemeinden geben kann. Wenn Jesus das Haupt ist und die Gemeinde der Leib, können wir uns nichts anderes vorstellen. Ein Kopf kann nur einen Leib besitzen, und dieser Leib arbeitet harmonisch zusammen. Kein Glied kann etwas Gegenteiliges tun, wenn der Leib funktionieren soll. Und die Befehle vom Haupt werden nicht verschiedenartig interpretiert sondern natürlich so verstanden, wie sie auch gemeint sind. Wenn Paulus nun im Brief an die Epheser das Bild eines Leibes verwendet, will er die Einheit unter den Christen ausdrücken. Wenn man in der religiösen Welt nun aber Uneinheit sieht unter den verschiedensten sogenannten christlichen Gruppierungen und auch innerhalb einer Gruppe, darf man nicht das Bild mit dem Leib in Frage stellen sondern vielmehr die verschiedensten Gruppen. Falls jemand übrigens meint, dass im obigen Vers 13 die Einheit erst bei der Wiederkunft Jesu geschieht, wird arge Probleme bekommen den Vers 14 zu erklären. Die Unmündigen soll es ja möglichst bald nicht geben und nicht erst ganz zum Schluss, wenn schon viele durch Irrlehren verführt worden sind.

 

Johannes 17,9-12 + 20-23

9 Ich bitte für sie; nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir gegeben hast, denn sie sind dein - 10 und alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, mein -, und ich bin in ihnen verherrlicht. 11 Und ich bin nicht mehr in der Welt, und diese sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater! Bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien wie wir! 12 Als ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast; und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ist verloren, als nur der Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt werde. 20 Aber nicht für diese allein bitte ich, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben, 21 damit sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. 22 Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, dass sie eins seien, wie wir eins sind - 23 ich in ihnen und du in mir -, dass sie in eins vollendet seien, damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast.

 

Auch im Gebet für seine Jünger erkennt man, wie wichtig die Einheit ist und dass es auch möglich ist, diese zu erreichen. Ja, man liest hier sogar, dass die Einheit ein Zeichen für die Welt ist, woran man erkennen kann, dass die Gemeinde eine wahre Gemeinde ist, wo Gott wirkt. Jesus hat für seine Jünger gebeten, dass sie diese Einheit erreichen sollen, also war es möglich. Aber nicht nur diese sollten in dieser Einheit sein, sondern auch die “welche durch ihr Wort an mich (Jesus) glauben” werden. So wie der Sohn Gottes eins mit dem Vater ist, so eine Einheit sollen die Christen auch haben. Dass dies ohne Mühe nicht möglich sein wird, ist klar.

 

Apostelgeschichte 17,10-12

10 Die Brüder aber sandten sogleich in der Nacht sowohl Paulus als auch Silas nach Beröa; die gingen, als sie angekommen waren, in die Synagoge der Juden. 11 Diese aber waren edler als die in Thessalonich; sie nahmen mit aller Bereitwilligkeit das Wort auf und untersuchten täglich die Schriften, ob dies sich so verhielte. 12 Viele nun von ihnen glaubten, und von den griechischen vornehmen Frauen und Männern nicht wenige.

 

Die Juden in Beröa haben täglich die Schriften untersucht um zu wissen, ob Paulus die Wahrheit redet. Daher sind sie auch zum Glauben gekommen. Wenn diese nun Christen geworden sind, ist es auch nicht vorstellbar, dass sie ihren Eifer für das Wort verloren hätten, sondern dass sie sich vielmehr weiter jeden Tag mit dem Wort Gottes beschäftigt haben. Diese Einheit unter den Christen ist durch Predigten oder schulmäßigem Frontalunterricht nicht zu erreichen. Ein einzelner Mensch kann sich den Mund fusselig reden, die Zuhörer werden immer andere Meinungen und auch Fragen haben. Daher ist es wichtig, dass jeder zu Wort kommen kann, Fragen stellen kann, bis jeder Meinungsunterschied aus dem Weg geräumt ist. Jeder stellt sich unter die Autorität des Wortes, ist bereit seine falschen Vorstellungen korrigieren zu lassen und bemüht sich mit den anderen in Einheit zu kommen. Wer ehrlich zu sich selber ist, muss sich eingestehen, dass dies in den religiösen Gruppen nicht geschieht. Es ist viel einfacher von oben eine Meinung von einem Leiter zu verkünden um eine scheinbare, oberflächliche Einheit zu erreichen. Diese äußerliche Einheit ist von Menschen gemacht, daher sind auch alle, die von diesem Leiter instruiert worden sind, sehr abhängig von ihm.

 

Pilipper 2,1-5

1 Wenn es nun irgendeine Ermunterung in Christus gibt, wenn irgendeinen Trost der Liebe, wenn irgendeine Gemeinschaft des Geistes, wenn irgendein herzliches Mitleid und Erbarmen, 2 so erfüllt meine Freude, dass ihr dieselbe Gesinnung und dieselbe Liebe habt, einmütig, eines Sinnes seid, 3 nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht tut, sondern dass in der Demut einer den anderen höher achtet als sich selbst; 4 ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern ein jeder auch auf das der anderen! 5 Habt diese Gesinnung in3 euch, die auch in Christus Jesus war...