Was ist Gemeinde

Das griechische Wort für Gemeinde heißt ekklesia (ἐκκλησίᾳ) und besteht aus zwei Wörter: ek/ex (ἐκ/ἐξ) “aus..heraus” und kaleo (καλέω) “rufen”, das bedeutet die Herausgerufenen. Jene, die sich aus dem weltlichen Leben herausrufen haben lassen um Gott zu dienen, sind Christen und bilden die Gemeinde. So spricht Petrus auch davon:

 

Apostelgeschichte 2,38-41

Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, hinzurufen wird. Und mit vielen anderen Worten legte er Zeugnis ab und ermahnte sie und sagte: Lasst euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht! Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan.

 

Man kann sehen, wo die Gemeinde Christi ist, sie ist sichtbar. Eine Irrlehre besagt, dass es eine unsichtbare Gemeinde gibt. Christen seien zusammen mit Nichtchristen in einer Kirche. Nur Gott könne beurteilen, wer Christ ist und wer ein Scheinchrist ist. Erst am Weltende wird die unsichtbare Gemeinde sichtbar werden. Wie wir aber gelesen haben, wurden nur die hinzugetan, die gerettet wurden. Nicht einmal ein Christ, der in einer Sünde bleiben will, kann Gemeinschaft mit anderen Christen haben. Wie sollte dann ein Nichtchrist sie haben können? Dies drückt Jesus zum Beispiel in Matthäus gut aus.

 

Matthäus 18,15-20

Wenn aber dein Bruder sündigt, so geh hin, überführe ihn zwischen dir und ihm allein! Wenn er auf dich hört, so hast du deinen Bruder gewonnen. Wenn er aber nicht hört, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit aus zweier oder dreier Zeugen Mund jede Sache bestätigt werde! Wenn er aber nicht auf sie hören wird, so sage es der Gemeinde; wenn er aber auch auf die Gemeinde nicht hören wird, so sei er dir wie der Heide und der Zöllner! Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr etwas auf der Erde bindet, wird es im Himmel gebunden sein, und wenn ihr etwas auf der Erde löst, wird es im Himmel gelöst sein. Wiederum sage ich euch: Wenn zwei von euch auf der Erde übereinkommen, irgendeine Sache zu erbitten, so wird sie ihnen werden von meinem Vater, der in den Himmeln ist. Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte.

 

Die Gemeinde ist grundsätzlich dort, wo sich Christen versammeln. In Seinem Namen versammelt sein, bedeutet in Seinem Willen zusammen sein. Die Gemeinde ist nicht an ein Gebäude gebunden, sie könnte sich genauso gut auf einer Wiese befinden, wenn sich dort Christen versammeln. Paulus richtet in seinen Briefen Grüße von Gemeinden aus, die in einem Haus sind. Auch daran sieht man, dass eine Gemeinde kein Gebäude sondern eine Versammlung von Christen ist.

Die Gemeinde kann man erkennen und ein sichtbares Zeichen für die Christen-Gemeinde ist die Bruderliebe. In der oben genannten Stelle, sieht man, wie Liebe aussehen kann. Die einzelnen Glieder lieben sich und haben Verantwortung füreinander. Sie wollen nicht, dass jemand sich in der Sünde verhärtet, und daher ermuntern und ermahnen sie sich gegenseitig. Es wird hier keine besondere Person erwähnt, die das tun müsste (wie zum Beispiel ein Pastor), sondern jeder ist dazu aufgerufen. In einer Gemeinde nimmt jeder einzelne Christ am Gemeindeleben teil. Jeder Christ ist aktiv. Jeder Christ lebt in dieser Bruderliebe.

 

1. Johannes 3,11.14.15

Denn dies ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt, dass wir einander lieben sollen. Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder lieben; wer nicht liebt, bleibt im Tod. Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Menschenmörder, und ihr wisst, dass kein Menschenmörder ewiges Leben bleibend in sich hat.

 

Durch die Bruderliebe wissen wir, wer Christ ist und wo Gemeindeleben stattfindet. Es gibt, wie gesagt, leider auch Christen, die auch nach längerem Ermahnen nicht mehr weiterkämpfen wollen, zum Beispiel werden sie passiv. Diese können dann nicht mehr in der Gemeinde bleiben. Das heißt, dass die Gemeinde rein bleibt und es dort erst recht keine Nichtchristen geben kann.

 

Epheser 5,25-27

Ihr Männer, liebt eure Frauen!, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort, damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.

 

Die Gemeinde ist rein und heilig.

Damit Bruderliebe überhaupt möglich ist, muss man sich kennen. Es reicht nicht, wenn man sich nur ein-, zweimal in der Woche trifft und dann auch nur die meiste Zeit gemeinsam sich ein religiöses Programm ansieht. Wenn ich jemanden liebe, möchte ich ihn kennenlernen und meine Zeit mit ihm teilen.

 

Hebräer 3,12-14

Seht zu, Brüder, dass nicht etwa in jemandem von euch ein böses Herz des Unglaubens sei, im Abfall vom lebendigen Gott, sondern ermuntert einander jeden Tag, solange es "heute" heißt, damit niemand von euch verhärtet werde durch Betrug der Sünde! Denn wir sind Teilhaber des Christus geworden, wenn wir die anfängliche Grundlage bis zum Ende standhaft festhalten.

 

Christen haben sogar jeden Tag die Verantwortung füreinander. Daher treffen sie sich so oft als möglich, um sich zu kennen und um sich dann auch ermuntern zu können. Wenn Christen täglich ihr Leben miteinander teilen, haben sie das notwendige Vertrauen zueinander um ganz ehrlich von ihren Kämpfen und Sünden zu sprechen.

 

Jakobus 5,16

Bekennt nun einander die Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Viel vermag eines Gerechten Gebet in seiner Wirkung.

 

So etwas ist in einer scheinchristlichen Gemeinde nicht möglich, da das Vertrauen fehlt. Es gibt viele solche religiösen Gemeinden, aber es gibt nur eine einzige christliche Gemeinde.

 

1. Timotheus 3,14.15

Dies schreibe ich dir in der Hoffnung, bald zu dir zu kommen; wenn ich aber zögere, damit du weißt, wie man sich verhalten muss im Hause Gottes, das die Gemeinde des lebendigen Gottes ist, die Säule und Grundfeste der Wahrheit.

 

Die Gemeinde repräsentiert die Wahrheit. Jeder einzelne Christ in ihr liebt die Wahrheit und zusammen leben sie in der Wahrheit und verkündigen diese. Da es nur eine einzige Wahrheit gibt, kann es auch nur eine einzige Gemeinde geben. Alle religiösen Gruppierungen, die von der Wahrheit abweichen, können sich nicht Gemeinde nennen.

 

2. Johannes 9-11

Jeder, der weitergeht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht! Denn wer ihn grüßt, nimmt teil an seinen bösen Werken.

 

Die Wahrheit und die Einheit in der Wahrheit ist das zweite Zeichen einer Gemeinde. Da die Christen Gott lieben, der die Wahrheit ist, möchten sie Ihn immer mehr verstehen. Sie verwenden viel Zeit dafür, damit sie in der Wahrheit bleiben und in Einheit mit den Brüdern sind. Gott hat durch Jesus in einer verständlichen Sprache zu uns geredet, wer Ihm gehorchen will, wird Ihn auch verstehen.

 

Johannes 17,17-21

Heilige sie durch die Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, habe auch ich sie in die Welt gesandt; und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie Geheiligte seien durch Wahrheit. Aber nicht für diese allein bitte ich, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben, damit sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.

 

Gott zu verstehen und zur Wahrheit zu gelangen, hat nichts mit Intelligenz oder Bildung zu tun sondern nur mit Gehorsam. Wenn Jesus für diese Einheit gebetet hat, ist diese auch möglich, wir müssen nur bereit sein unsere eigenen Gedanken loszulassen und uns von Gott führen zu lassen. Dann kann es hier eine Gemeinde geben, in der es nur Christen gibt, die füreinander ihr Leben in Liebe hingeben, die weltlichen Begierden verleugnen und in der Wahrheit leben.