Nachfolge

Dem heutigen Zeitgeist passt die Auffassung der Nachfolge nicht. Es heißt vielmehr, dass man sich selbst verwirklichen oder seinen eigenen Weg gehen solle. Auch in religiösen Gruppen wird das Thema der Nachfolge entweder gar nicht angesprochen oder der Anspruch Jesu wird herabgesetzt, um sich nicht radikal ändern zu müssen.

 

Lukas 14,25-27

Es gingen aber große Volksmengen mit ihm; und er wandte sich um und sprach zu ihnen: Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein; und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein.

 

Jesus war es nicht wichtig, dass möglichst viele ihm irgendwie nachfolgen. Er zeigte ihnen vielmehr auf, dass sie für ihn alles andere hinten anstellen müssen um ihn an die erste Stelle zu setzen. Was bedeutet eigentlich hier das Wort „hassen“? Dies erklärt die nächste Stelle:

 

Matthäus 10,37

Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig.

 

Matthäus verwendet hier den Ausdruck „mehr lieben“ anstatt „hassen“. Das heißt, dass wir unser eigenes Leben weniger wichtig nehmen sollen als Jesus. Das Wort „hassen“ verschärft noch diese Aussage und zeigt wie entschlossen wir das eigene Leben geringer achten sollen. Ein Jünger Jesu ist bereit alles für Jesus aufzugeben und nur ihm zu gehorchen. Er gibt seine eigenen Vorstellungen vom Leben auf und ordnet sich Gott ganz unter:

 

Lukas 9,23-25

Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf täglich und folge mir nach! Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten. Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne, sich selbst aber verlöre oder einbüßte?

 

Das Leben retten bedeutet, sein eigenes Leben zu planen, nach seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen zu leben. Wenn jemand sagt, dass man als Christ nichts weiter tun muss, als Jesus in sein Leben mittels eines Formelgebetes aufzunehmen, man aber im Großen und Ganzen sein weltliches Leben weiterleben könne, der irrt sich und wird sein Leben mit Jesus nicht finden. Christwerden heißt nicht irgendwelche Glaubenssätze vor sich herzusagen sondern sein ganzes Leben Gott zu übergeben. Er soll in jedem einzelnen Punkt meines Lebens sagen, was ich tun und was ich lassen soll. Selbst wenn seine eigenen Eltern, Kinder oder gar der Ehepartner dagegen sein sollten, wird ein Christ Gott zuerst gehorchen und Ihn lieben.

 

Matthäus 13,44-46

Das Reich der Himmel gleicht einem im Acker verborgenen Schatz, den ein Mensch fand und verbarg; und vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker. Wiederum gleicht das Reich der Himmel einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte; als er aber eine sehr kostbare Perle gefunden hatte, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.

 

Wenn wir Ihn lieben, sind wir bereit alles andere aufzugeben. Wir können uns selbst testen, ob wir wirklich bereit sind alles für Gott aufzugeben. Oder beschwichtigen wir uns damit, dass wir sagen, dass Gott ja nicht will, dass wir dies oder jenes aufgeben? Was ist aber, wenn Gott es trotzdem will, sind wir dann wirklich dazu bereit? Ein Christ folgt Jesus in allen Belangen nach und überlässt Ihm alles, weil er Vertrauen in Gott hat. Er liebt uns und will für uns das Beste. Da Er alles weiß und die Liebe ist, können wir uns ganz in Seine Hände begeben.

 

Markus 12,28-30

Und einer der Schriftgelehrten, der gehört hatte, wie sie miteinander stritten, trat hinzu, und da er wusste, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches Gebot ist das erste von allen? Jesus antwortete ihm: Das erste ist: "Höre, Israel: Der Herr, unser Gott, ist ein Herr; und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft!" Das zweite ist dies: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!" Größer als diese ist kein anderes Gebot.

 

Jesus ruft uns auch heute zur Nachfolge auf. Sie ist radikal geblieben und fordert unser ganzes Leben. Gott möchte, dass wir Ihm mit unserem ganzen Leben dienen. All unser Besitz, all unsere Kraft und unseren Verstand und all unsere Zeit sollen wir für Ihn aufwenden. Nichts in unserem Leben sollen wir Ihm vorenthalten. Ein Sprichwort sagt: “Ein halber Christ ist ein ganzer Unsinn!”

Das Vorbild Jesu, sein Leben auf der Erde ist das Maß, wie sehr wir Gott dienen sollen. All sein Streben war darauf ausgerichtet. Wir sollen ihn zum Vorbild nehmen. Wenn wir dies tun, fallen sehr schnell viele Ausreden weg, mit denen jemand seine eigenen Wünsche verteidigen möchte, seien es nun Hobbies, Beziehungen oder andere Vorstellungen seine Zeit zu verwenden. Die Frage ist immer, ob Jesus genauso gehandelt hätte. Wer Jesus ernst nimmt, kennt sein Leben und seinen Willen genau und gehorcht seinen Geboten:

 

1. Johannes 2,3-6

Und hieran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben; wenn wir seine Gebote halten. Wer sagt: Ich habe ihn erkannt, und hält seine Gebote nicht, ist ein Lügner, und in dem ist nicht die Wahrheit. Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollendet. Hieran erkennen wir, dass wir in ihm sind. Wer sagt, dass er in ihm bleibe, ist schuldig, selbst auch so zu wandeln, wie er gewandelt ist.

 

Die Basis für das Leben eines Christen ist das Wort Gottes, also die Bibel und das Leben Jesu. Nur durch die Bibel kann er sich und andere beurteilen. Nur die Bibel zeigt ihm, wie er vor Gott wohlgefällig zu leben hat. Es ist niemand anderer mehr notwendig uns mehr von Gott zu offenbaren oder als Mittler zwischen Gott und uns aufzutreten. Daher sagt Jesus auch, dass wir nur durch ihn zum Vater kommen können:

 

Johannes 14,6

Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

 

Etwas kennzeichnet noch die Nachfolge eines Christen, was wiederum in der Gesellschaft nicht gut ankommt: Demut und Ehrlichkeit. Er ist ehrlich zu sich selber und sieht seine Sünden und Hilfsbedürftigkeit.

 

Lukas 18,9-14

Er sprach aber auch zu einigen, die auf sich selbst vertrauten, dass sie gerecht seien, und die Übrigen verachteten, dieses Gleichnis: Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer und der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die Übrigen der Menschen: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, ich verzehnte alles, was ich erwerbe. Der Zöllner aber stand weitab und wollte sogar die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig! Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, im Gegensatz zu jenem; denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

 

Es ist leicht immer jemanden zu finden, mit dem man sich vergleichen kann um besser aussteigen zu können. Der Pharisäer hat es getan. Er konnte sogar gute Werke vorweisen. Wenn er ehrlich gewesen wäre, hätte er erkannt, dass er der Vergebung Gottes bedarf und dass ihn seine Werke nicht retten können. Es gibt manche Leute, die sich hinter ihren religiösen Aktivitäten verstecken und sich nicht selbst mit dem Wort Gottes konfrontieren wollen. Der Zöllner hat sich nur vor Gott beurteilt und daher um Vergebung gebeten und sie im Gegensatz zum Pharisäer auch bekommen. Die notwendige Demut, die ein Christ haben muss, wird auch gut hier ausgedrückt:

 

Matthäus 18,1-4

In jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer ist denn der Größte im Reich der Himmel? Und als Jesus ein Kind herbeigerufen hatte, stellte er es in ihre Mitte und sprach: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr keinesfalls in das Reich der Himmel hineinkommen. Darum, wenn jemand sich selbst erniedrigen wird wie dieses Kind, der ist der Größte im Reich der Himmel;

 

Seine Reden und sein Leben ist zeitlos und ist immer gültig. Äußerliche Rahmenbedingungen ändern sich, aber die Wahrheit nicht. Man kann daher nicht sagen, dass die Bibel veraltet wäre oder dass man sie in unsere heutige Zeit übersetzen müsse. Das klingt viel eher wieder nach Abschwächen des Nachfolgeanspruchs. Ein Beispiel: Ein Christ wird missionieren gehen nach dem klaren Auftrag von Jesus. Welche Transportmittel er nun dafür verwendet, sind nun die äußerlichen Rahmenbedingungen, seien es jetzt nun Kamele, Schiffe oder Autos. Der Inhalt, die Mission bleibt dagegen immer unverändert.

 

Matthäus 28,18-20

Und Jesus trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.

 

Jesus gebietet den Jüngern den anderen alles zu lehren, was sie von Jesus gehört haben. Das heißt, auch die kommenden Christen sollen genau dies weitergeben, was sie von den Jüngern gehört haben. Und siehe, dies soll bis zur Vollendung der Zeiten so sein.