Wahrheitsliebe

Johannes 14,6

Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

 

Jesus liebt die Wahrheit. Er selbst hat gesagt, dass Er die Wahrheit verkörpert. Wenn wir Sein Leben ansehen, merken wir, wie oft Er seine Jünger gelehrt hat. Es war Ihm wichtig, dass sie die Wahrheit erkennen und in ihr leben.

Christen lieben Gott aus ganzem Herzen. Daher wollen sie Sein Wesen und Seinen Willen tief verstehen. Wenn jeder Christ diese Wahrheitsliebe hat, kommt es zu einer tiefen Einheit mit Gott und unter den Christen. In der letzten Nacht, als Jesus Seinen Jüngern noch viele sehr wichtige Dinge mitteilte, redete Er sehr viel von Wahrheit und dass diese die Christen vereinen wird. Ich habe diese Stellen hervorgehoben.

 

Johannes 17,1-23

1 Dies redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche, 2 wie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, dass er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben gebe! 3 Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. 4 Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; das Werk habe ich vollbracht, das du mir gegeben hast, dass ich es tun sollte. 5 Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war! 6 Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Dein waren sie, und mir hast du sie gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. 7 Jetzt haben sie erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist; 8 denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und haben geglaubt, dass du mich gesandt hast. 9 Ich bitte für sie; nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir gegeben hast, denn sie sind dein - 10 und alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, mein -, und ich bin in ihnen verherrlicht. 11 Und ich bin nicht mehr in der Welt, und diese sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater! Bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien wie wir! 12 Als ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast; und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ist verloren, als nur der Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt werde. 13 Jetzt aber komme ich zu dir; und dieses rede ich in der Welt, damit sie meine Freude völlig in sich haben. 14 Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie ich nicht von der Welt bin. 15 Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt wegnimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. 16 Sie sind nicht von der Welt, wie ich nicht von der Welt bin. 17 Heilige sie durch die Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. 18 Wie du mich in die Welt gesandt hast, habe auch ich sie in die Welt gesandt; 19 und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie Geheiligte seien durch Wahrheit. 20 Aber nicht für diese allein bitte ich, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben, 21 damit sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. 22 Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, dass sie eins seien, wie wir eins sind - 23 ich in ihnen und du in mir -, dass sie in eins vollendet seien, damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast.

 

In Vers 3 betont Jesus, wie wichtig es ist, Ihn zu erkennen und in den weiteren Versen drückt Er auch aus, dass Er eben dazu gesandt war, das Wesen und die Wahrheit Seines Vaters zu verkünden. Jeder Christ nun, der die Worte Jesu annimmt und in ihnen lebt, kommt, wie schon oben erwähnt, mit all den anderen Christen zu einer Einheit. Diese Einheit soll eine vollkommene sein, so wie Jesus mit Seinem Vater eins ist. Da Jesus um dies gebetet hat, ist dies auch möglich. Es ist sogar ein Zeichen für die Welt, dass sie Christen sind, wie in Vers 23 steht! Dort wo keine Einheit existiert, wird es auch kein Christentum geben.

Um aber zu so einer Einheit zu gelangen, muss eine Wahrheitsliebe vorhanden sein, man muss sich eben bemühen Gott ganz zu verstehen.

 

Matthäus 13,34-36

34 Dies alles redete Jesus in Gleichnissen zu den Volksmengen, und ohne Gleichnis redete er nichts zu ihnen, 35 damit erfüllt würde, was durch den Propheten geredet ist, der spricht: "Ich werde meinen Mund öffnen in Gleichnissen; ich werde aussprechen, was von Grundlegung der Welt an verborgen war." 36 Dann entließ er die Volksmengen und kam in das Haus; und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Deute uns das Gleichnis vom Unkraut des Ackers!

 

Die Jünger von Jesus wollten die Gleichnisse verstehen und sind zu Jesus gekommen um Ihn zu fragen, so haben sie erfahren, was Jesus damit gemeint hat. Sehen wir uns ein anderes Beispiel an, wie sehr Leute um die Wahrheit bemüht waren:

 

Apostelgeschichte 17,10-12

10 Die Brüder aber sandten sogleich in der Nacht sowohl Paulus als auch Silas nach Beröa; die gingen, als sie angekommen waren, in die Synagoge der Juden. 11 Diese aber waren edler als die in Thessalonich; sie nahmen mit aller Bereitwilligkeit das Wort auf und untersuchten täglich die Schriften, ob dies sich so verhielte. 12 Viele nun von ihnen glaubten, und von den griechischen vornehmen Frauen und Männern nicht wenige.

 

Weil diesen Menschen die Wahrheit wichtig war, haben sie täglich anhand von den damaligen vorhandenen Schriften geprüft, ob Paulus die Wahrheit sagt und sie seine Botschaft annehmen sollen. Die Grundlage ihres Prüfens war das Alte Testament, das Wort Gottes und nicht ihre eigenen Vorstellungen von richtig und falsch. Aufgrund ihrer Wahrheitsliebe sind sie zum Glauben gekommen, eine Gesinnung, die sie natürlich nicht aufgegeben haben, als sie Christen geworden sind. Sie werden sich weiterhin täglich mit der Lehre beschäftigt haben um in allem diese Einheit zu erreichen, für die Jesus gebetet hat.

Auch bei den ersten Christen war die Wahrheit so wichtig, dass sie auch als Merkmal der Modellgemeinde erwähnt wird:

 

Apostelgeschichte 2, 37-42

37 Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Brüder? 38 Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. 39 Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, hinzurufen wird. 40 Und mit vielen anderen Worten legte er Zeugnis ab und ermahnte sie und sagte: Lasst euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht! 41 Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan. 42 Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten.

 

Das Wort “verharrten” drückt wieder aus, dass sie darin gelebt haben. Die Wahrheit, die Lehre ist eng mit dem Leben verbunden. Wer sagt, dass es nicht so wichtig ist, was man als Christ in einzelnen Punkten glaubt oder die vielen Unterschiede zwischen den einzelnen religiösen Gruppierungen herunterspielt, hat noch nicht verstanden, was es heißt Christ zu sein. Entweder nehmen wir den Willen Gottes für uns ernst oder eben nicht.

 

Johannes 14,15.21

15 Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten; 21 Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben und mich selbst ihm offenbaren.


Johannes 15,10

Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.

 

Jesus sagt ausdrücklich, dass die Liebe zu ihm mit Gehorsam verbunden ist; wer Ihn liebt gehorcht Ihm und lebt in Seiner Wahrheit und redet nicht bloß von Gnade. Es ist heilsnotwendig in Seiner Wahrheit zu bleiben. Viele Bibelstellen reden davon.

 

1. Timotheus 4,16

Habe acht auf dich selbst und auf die Lehre; beharre in diesen Dingen! Denn wenn du dies tust, so wirst du sowohl dich selbst retten als auch die, die dich hören.

 

2. Thessalonicher 2,7-10

7 Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam; nur offenbart es sich nicht, bis der, welcher jetzt zurückhält, aus dem Weg ist; 8 und dann wird der Gesetzlose offenbart werden, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft; 9 ihn, dessen Ankunft gemäß der Wirksamkeit des Satans erfolgt mit jeder Machttat und mit Zeichen und Wundern der Lüge 10 und mit jedem Betrug der Ungerechtigkeit für die, welche verloren gehen, dafür, dass sie die Liebe der Wahrheit zu ihrer Rettung nicht angenommen haben.

 

Die Feinde Gottes verdrehen die Wahrheit, sie greifen direkt den Kern des Christentums an, wer da keine Liebe zur Wahrheit hat, wird von ihnen verführt und geht verloren. Auch Johannes warnt vor Irrlehrern

 

2. Johannes 8-11

8 Seht auf euch selbst, damit ihr nicht verliert, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangt! 9 Jeder, der weitergeht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. 10 Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht!

 

Ein Christ bleibt auf dem geraden Weg, er biegt weder zur Rechten noch zur Linken ab. Er weiß, dass es nur einen richtigen Weg gibt. Heutzutage will man den Leuten weismachen, dass es verschiedenste Kirchen gäbe, die alle auf dem richtigen Weg sind und man könne sich diejenige aussuchen, die zu einem am besten passt. Ganz abgesehen davon, dass ein Christ sich selbst verleugnet, sich nach der Wahrheit ausrichtet und nicht die Wahrheit für sich zurechtbiegt, wird er die eine wahre Gemeinde suchen, falls er sie noch nicht gefunden hat. Da es nur einen Weg gibt, man nichts zur Wahrheit wegnehmen oder hinzufügen darf, kann es nur eine einzige richtige Kirche geben. Das ist weder Einbildung noch Hochmut sondern vielmehr Demut, wenn die christliche Gemeinde sich in allen Punkten nach Gottes Wahrheit ausrichtet und von eventuellen eigenen Vorstellungen ablässt. Sie lebt den Absolutheitsanspruch Jesu.

 

Johannes 14,6

Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

 

Für diesen Absolutheitsanspruch war Jesus bereit in den Tod zu gehen, Er war nicht bereit irgendwelche Kompromisse einzugehen und es den Leuten einfacher zu machen, indem Er den Wahrheitsanspruch herabgesetzt hätte. Könnten wir es dann wagen, es nicht so genau mit der Wahrheit zu nehmen?