Römer 7 - Sklave der Sünde?

2. Korinther 3,17.18

17 Der Herr aber ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, ist Freiheit. 18 Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht.

 

Jesus sein Erlösungswerk besteht nicht nur darin, dass Er unsere Sünden vergibt, sondern dass Er uns auch frei macht von Sünde. Diese Freiheit von Sünde ist eine wesentliche Säule des Christentums. Jesus macht seine Jünger fähig, ganz frei von Sünde zu sein, um ganz Gott dienen zu können. Es gibt daher keine Entschuldigung, jede Sünde bleibt Sünde und hätte nicht sein müssen. Wer sündigt, muss dafür auch Verantwortung übernehmen, und darf nicht die Schuld von sich schieben, wie es schon Adam damals versuchte. Paulus ermahnt zum Beispiel die Galater mit folgendem Vers:

 

Galater 5,13

Denn ihr seid zur Freiheit berufen worden, Brüder. Nur gebraucht nicht die Freiheit als Anlass für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe!

 

Leider gibt es Leute, die ihre Sünden nun mit folgender Stelle entschuldigen wollen. Sie meinen, dass sie für ihr Sündigen gar nichts dafür können, sie müssen es sozusagen sogar tun. Dieser Haltung widerspricht dem gesamten Neuen Testament und kann nur eine Ausrede sein, nicht ganz gegen Sünde kämpfen zu wollen. Diese Stelle wollen wir uns nun genauer ansehen:

 

Römer 7

1 Oder wisst ihr nicht, Brüder - denn ich rede zu denen, die das Gesetz kennen -, dass das Gesetz über den Menschen herrscht, solange er lebt? 2 Denn die verheiratete Frau ist durchs Gesetz an den Mann gebunden, solange er lebt; wenn aber der Mann gestorben ist, so ist sie losgemacht von dem Gesetz des Mannes. 3 So wird sie nun, während der Mann lebt, eine Ehebrecherin genannt, wenn sie eines anderen Mannes wird; wenn aber der Mann gestorben ist, ist sie frei vom Gesetz, so dass sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie eines anderen Mannes wird. 4 So seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet worden durch den Leib des Christus, um eines anderen zu werden, des aus den Toten Auferweckten, damit wir Gott Frucht bringen. 5 Denn als wir im Fleisch waren, wirkten die Leidenschaften der Sünden, die durch das Gesetz erregt wurden, in unseren Gliedern, um dem Tod Frucht zu bringen. 6 Jetzt aber sind wir von dem Gesetz losgemacht, da wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden, so dass wir in dem Neuen des Geistes dienen und nicht in dem Alten des Buchstabens. 7 Was sollen wir nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Auf keinen Fall! Aber die Sünde hätte ich nicht erkannt als nur durchs Gesetz. Denn auch von der Begierde hätte ich nichts gewusst, wenn nicht das Gesetz gesagt hätte: "Du sollst nicht begehren!" 8 Die Sünde aber ergriff durch das Gebot die Gelegenheit und bewirkte jede Begierde in mir; denn ohne Gesetz ist die Sünde tot. 9 Ich aber lebte einst ohne Gesetz; als aber das Gebot kam, lebte die Sünde auf; 10 ich aber starb. Und das Gebot, das zum Leben gegeben, gerade das erwies sich mir zum Tod. 11 Denn die Sünde ergriff durch das Gebot die Gelegenheit, täuschte mich und tötete mich durch dasselbe. 12 So ist also das Gesetz heilig und das Gebot heilig und gerecht und gut. 13 Ist nun das Gute mir zum Tod geworden? Auf keinen Fall! Sondern die Sünde, damit sie als Sünde erschiene, indem sie durch das Gute mir den Tod bewirkte, damit die Sünde überaus sündig würde durch das Gebot. 14 Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist, ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft; 15 denn was ich vollbringe, erkenne ich nicht; denn nicht, was ich will, das tue ich, sondern was ich hasse, das übe ich aus. 16 Wenn ich aber das, was ich nicht will, ausübe, so stimme ich dem Gesetz bei, dass es gut ist. 17 Nun aber vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde. 18 Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten nicht. 19 Denn das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. 20 Wenn ich aber das, was ich nicht will, ausübe, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde. 21 Ich finde also das Gesetz, dass bei mir, der ich das Gute tun will, nur das Böse vorhanden ist. 22 Denn ich habe nach dem inneren Menschen Wohlgefallen am Gesetz Gottes. 23 Aber ich sehe ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetz meines Sinnes widerstreitet und mich in Gefangenschaft bringt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. 24 Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes? - 25 Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! Also diene ich nun selbst mit dem Sinn7 dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde.

 

Die Verse 15 …denn nicht, was ich will, das tue ich, sondern was ich hasse, das übe ich aus… und die Verse 18.19 … denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten nicht. Denn das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich…scheinen tatsächlich auf den ersten Blick missverständlich zu sein. Aber es ist gut sich den Zusammenhang anzusehen: Grundsätzlich geht es um das Gesetz im Alten Testament und was für eine Bedeutung es hat. Vers 1-6 handelt davon, dass der Christ nicht mehr unter dem Gesetz ist. Vers 7-13 handelt davon, dass das Gesetz im Alten Testament gut war und durchaus einen Sinn hatte, nämlich die Sünde noch besser aufzuzeigen. Letzter Abschnitt in Kapitel 7 steht auch in Zusammenhang mit diesem Gesetz und fängt kein neues Thema an. Paulus möchte etwas verdeutlichen und verwendet dabei seine eigene Person obwohl es gar nicht um ihn geht. Dies sehen wir in Vers 9: Ich lebte aber einst ohne Gesetz… Von Paulus wissen wir aber, dass er von Kindheit auf Jude war und unter dem Gesetz stand. Siehe auch zum Beispiel

 

Philipper 3,4.5.

..4 obwohl auch ich Vertrauen auf Fleisch haben könnte. Wenn irgendein anderer meint, auf Fleisch vertrauen zu können - ich noch mehr: 5 Beschnitten am achten Tag, vom Geschlecht Israel, vom Stamm Benjamin, Hebräer von Hebräern; dem Gesetz nach ein Pharisäer;

 

 

Paulus hat in Römer 7 aber nun zur besseren Veranschaulichung die erste Person Einzahl verwendet. Aus dieser Ausdrucksweise dürfen wir nun keine falschen Schlüsse ziehen. Auch in unserem Alltag ist es manchmal üblich sich genauso auszudrücken. Ein Beispiel, wie ich die Tatsache beschreiben könnte, dass eine Bank dafür Geld verlangt, dass ich ihr mein Geld auf einem Konto zur Verfügung stelle: “Das ist ja so, als würde ich von einem Landwirt seine Lebensmittel bekommen und er müsste mir noch dafür Geld geben.” Hier geht es auch nicht um mich.

Zurück zu Paulus und dem Gesetz. Obwohl das Gesetz gut ist und die Sünde aufzeigen kann, hat es aber keine Kraft von dieser Sünde frei zu machen. Diesen Zustand möchte Paulus hier beschreiben. Nie würde er von sich sagen, dass er “fleischlich und unter der Sünde verkauft ist” wie in Vers 14. Er erwähnt ja gerade diese Freiheit im vorigen Kapitel:

 

Römer 6,18

Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.

 

Galater 5,16

Ich sage aber: Wandelt im Geist, und ihr werdet die Begierde des Fleisches nicht erfüllen.

 

Oben genannte Bibelstellen sprechen eine deutliche Sprache: Ein Christ ist nicht verkauft sondern freigemacht von der Sünde, ein Christ ist nicht fleischlich, sondern wandelt im Geist und lebt nicht nach seinen Begierden.

Paulus schildert also eindrücklich die Situation eines Juden, der nicht erlöst ist, um die Bedeutung des Gesetzes zu erklären. Da das Gesetz nicht die Erlösung bringt, muss es etwas Anderes sein, und das ist dann durch Jesus Christus geschehen. Und darüber schreibt Paulus ausführlich im 8. Kapitel, sodass eigentlich kein Missverständnis mehr übrig bleiben kann.

 

Römer 8,1-4

1 Also gibt es jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. 2 Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. 3 Denn das dem Gesetz Unmögliche, weil es durch das Fleisch kraftlos war, tat Gott, indem er seinen eigenen Sohn in Gestalt des Fleisches der Sünde und für die Sünde sandte und die Sünde im Fleisch verurteilte, 4 damit die Rechtsforderung des Gesetzes erfüllt wird in uns, die wir nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist wandeln.

 

In Römer 7,23 schreibt Paulus noch so:

Aber ich sehe ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetz meines Sinnes widerstreitet und mich in Gefangenschaft bringt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.

 

In Römer 8,2 spricht er aber schon, dass Jesus die Christen vom Gesetz der Sünde frei macht. Auch folgende Stellen zeigen klar, dass ein Christ nicht fleischlich ist und nicht sündigen muss.

 

Römer 8,8.9

8 Die aber, die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen. 9 Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt. Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.

 

Römer 8,12-14

12 So sind wir nun, Brüder, nicht dem Fleisch Schuldner, um nach dem Fleisch zu leben; 13 denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben, wenn ihr aber durch den Geist die Handlungen des Leibes tötet, so werdet ihr leben. 14 Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes.

 

Wer nun Römer 7 auf sich bezieht und seine Sünden entschuldigen möchte, muss sich ernsthaft die Frage stellen, ob er Christ ist, da er noch nicht die Kraft des Geistes und die Freiheit von der Sünde erfahren hat.